
26.03.2026, Buenos Aires, Argentinien
Am 26. März 2026 begann endlich meine lang ersehnte Reise nach Patagonien. Schon die Landung in Buenos Aires am frühen Morgen gegen 07:30 Uhr fühlte sich besonders an – eine Mischung aus Vorfreude, Neugier und der leichten Müdigkeit eines Langstreckenflugs. Diese Euphorie wurde jedoch zunächst etwas gebremst, denn die Einreise zog sich deutlich länger als erwartet hin. Rund zwei Stunden stand ich bei der Immigration an, bevor ich schließlich offiziell in Argentinien angekommen war.
Umso angenehmer war der perfekt organisierte Transfer zum Hotel Intercontinental Buenos Aires. Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichte ich das Hotel im Herzen der Stadt. Da der Check-In erst gegen 15:00 Uhr möglich war, konnte ich vorab mein Gepäck beim Concierge abgeben.
Direkt danach wurde ich von einer HX-Mitarbeiterin empfangen, die an einem eigenen Desk im Hotel stationiert war. In einer kurzen, aber sehr informativen Einweisung erklärte sie den Ablauf des nächsten Tages und beantwortete erste Fragen. Diese persönliche Betreuung vermittelte mir sofort ein Gefühl von Sicherheit und guter Organisation - ein vielversprechender Start.
Zur Überbrückung der freien Stunden bis zum Check-In im Hotel hatte ich mir vorab bereits über das Hotel eine 3-stündige Stadtrundfahrt organisiert und wurde auch direkt an der Hotelrezeption abgeholt. Buenos Aires präsentierte sich als lebendige, vielseitige Metropole. Auf der Plaza de Mayo spürte ich die historische Bedeutung des Ortes, während die Casa Rosada mit ihrer markanten Fassade beeindruckte und an den Spielfilm Evita erinnerte. Besonders in Erinnerung blieb mir das Viertel La Boca: bunte Häuser, Straßenkunst und eine fast greifbare Lebensfreude. Im Kontrast dazu stand das moderne Viertel Puerto Madero mit der eleganten Brücke Puente de la Mujer, die sich architektonisch deutlich von den kolonialen Einflüssen der Stadt abhob und an ein tango-tanzendes Paar erinnern soll. Ein weiterer bewegender Moment war der Besuch der Catedral Metropolitana de Buenos Aires - ein Ort, der damals unter der Leitung von Kardinal Jorge Mario Bergoglio stand - dem ehemaligen Papst Franziskus.
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Am Abend kehrte ich ins Hotel zurück. Nach einem langen, ereignisreichen Tag war ich dankbar für ein ruhiges Abendessen im Hotelrestaurant. Bevor ich mich zur Ruhe begab, gab ich meinen Koffer erneut beim Concierge ab - dieser wurde von den HX-Mitarbeitern übernommen und direkt bis zum nächsten Flug weitergeleitet. Ein durchdachter Service, der mir den nächsten Tag erheblich erleichterte.
27.03.2026, Buenos Aires-Ushuaia, Argentinien
Der 27. März begann früh, aber gut organisiert. Bereits um 06:00 Uhr stand ich beim Frühstück, bevor es kurz darauf zum Flughafen ging. Besonders angenehm war, dass ich mich um nichts mehr kümmern musste - sogar die Bordkarte hatte ich bereits im Hotel erhalten. Der Flug nach Ushuaia dauerte etwa 3,5 Stunden und bot spektakuläre Ausblicke auf die sich verändernde Landschaft, je weiter wir in Richtung Süden flogen.
In Ushuaia angekommen, nahm ich zunächst an einer kurzen Stadtrundfahrt teil. Die Stadt, oft als „Ende der Welt" bezeichnet, strahlte eine ganz besondere Atmosphäre aus. Beim anschließenden Mittagsbuffet im Hotel Canal Beagle konnte ich mich stärken, bevor ich noch etwa eine Stunde Zeit hatte, Ushuaia auf eigene Faust zu erkunden.
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Dann folgte einer der emotionalen Höhepunkte: das Einschiffen auf dem Expeditionsschiff MS Roald Amundsen. Der Check-In verlief erstaunlich schnell und effizient. Als ich meine Kabine betrat, warteten meine Koffer bereits vor der Tür – ein kleines Detail, das den Komfort dieser Reise unterstrich. Auch die Expeditionsjacke lag bereit und vermittelte sofort das Gefühl, Teil einer echten Expedition zu sein. Nach der Abholung meiner Gummistiefel in der Expedition Launch auf Deck 3 erkundete ich neugierig das Schiff.
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Am Abend, um 18:30 Uhr, nahm ich mein erstes Abendessen im Restaurant Aune auf Deck 6 ein. Währenddessen legte das Schiff ab und fuhr durch den berühmten Beagle-Kanal. Dieser Moment - das langsame Entfernen vom Hafen Ushuaias, die vorbeiziehende Landschaft und das Gefühl, nun wirklich unterwegs zu sein - war kaum in Worte zu fassen. Später am Abend besuchte ich die Veranstaltung „What's up tomorrow" in der Lecture Hall auf Deck 6, bei der das Expeditionsteam den nächsten Tag vorstellte und wertvolle Hinweise zu den Ausflügen gab. Diese Art Informationsvortrag wird nun jeden Abend Bestandteil meiner Reise sein.
28.03.2026, Kap Hoorn, Chile
Der 28. März brachte direkt ein absolutes Highlight: Kap Hoorn. Die Wetterbedingungen waren überraschend gut, sodass tatsächlich eine Anlandung möglich war - etwas, das nur wenigen Reisenden vergönnt ist. Nach einer kurzen, aber aufregenden Zodiac-Fahrt erreichte ich die Insel. Der Aufstieg über die 175 Stufen forderte mich körperlich ein wenig, da die Stufen sehr rutschig und eng waren - doch oben angekommen wurde ich mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Das Kap-Hoorn-Monument in Form eines Albatros, der Leuchtturm und das kleine Wohnhaus einer Familie der chilenischen Marine machten diesen Ort einzigartig. Die Vorstellung, dass hier Menschen ein Jahr lang leben, fernab jeglicher Zivilisation, faszinierte mich.
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Zurück an Bord gönnte ich mir frisch gebackenen Waffeln und einen Milchshake im Restaurant Fredheim auf Deck 6 - ein sehr willkommener Luxus nach diesem Abenteuer.
29.03.2026, Puerto Williams, Chile
Am 29. März erreichten wir Puerto Williams, neben Ushuaia eine der südlichsten Städte der Welt, malerisch gelegen auf der Insel Navarino. Ich entschied mich für eine rund 10 Kilometer lange Wanderung auf eigene Faust. Die Strecke führte durch eine beeindruckende, nahezu unberührte Natur - vorbei an dichten Wäldern, kleinen Flüssen und immer wieder mit weiten Ausblicken auf die raue Landschaft Feuerlands. Unterwegs begegnete ich mehrfach Crewmitgliedern, die entlang der Route positioniert waren. Diese Präsenz vermittelte ein angenehmes Gefühl von Sicherheit und zeigte gleichzeitig, wie gut die Expedition organisiert war, selbst bei individuellen Unternehmungen.
Zurück an Bord nutzte ich das sonnige Wetter, um an Deck zu entspannen und die besondere Atmosphäre dieses abgelegenen Ortes auf mich wirken zu lassen. Am Nachmittag nahm ich an einem Vortrag teil, der sich mit Wolkenformationen und wissenschaftlicher Datensammlung der NASA zu Wolkenvorkomnissen der Expedition beschäftigte. Die Kombination aus eigener Aktivität in der Natur und fundiertem Hintergrundwissen machte diesen Tag besonders abwechslungsreich und eindrucksvoll.
30.03.2026. Pia Glacier, Chile
Am 30. März erwartete mich mit dem Pia-Gletscher eines der eindrucksvollsten Naturerlebnisse der gesamten Reise. Bereits die Einfahrt in den Fjord war spektakulär: Unser Schiff glitt durch eine enge, von steilen Felswänden eingerahmte Wasserstraße, vorbei an zahlreichen Wasserfällen. Eine ruhige, fast mystische Stimmung lag über der Landschaft und ließ mich die Weite und Ursprünglichkeit dieser Region intensiv spüren.
Für das eigentliche Fjord Cruising stiegen wir schließlich in die Zodiacs um. In kleinen Gruppen fuhren wir hinaus und bewegten uns deutlich näher an die beeindruckende Kulisse heran. Aus dieser Perspektive wirkten die Felswände noch höher, die Wasserfälle kraftvoller und die gesamte Szenerie noch unberührter. Hier fuhren wir dicht an einen weiteren Gletscher, den Porter-Gletscher, heran - atemberaubend. Die mächtige Eiswand schob sich zwischen die Berge und leuchtete in faszinierenden Blautönen, die je nach Lichtverhältnissen immer wieder anders wirkten.
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Nach dieser intensiven Zodiac-Fahrt hatten wir die Möglichkeit, am Pia-Gletscher anzulanden. Vorsichtig betrat ich den steinigen Untergrund in unmittelbarer Nähe des Gletschers. In diesem Moment wurde mir die gewaltige Dimension dieser Naturkulisse noch bewusster. Die Kombination aus der klaren, kalten Luft, der Stille der Umgebung und der massiven Präsenz des Eises erzeugte eine fast ehrfürchtige Atmosphäre. Immer wieder hörte ich das laute Knacken und Knirschen des Eises, ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass der Gletscher ständig in Bewegung ist. Der Besuch am Pia-Gletscher war für mich eines der Highlights der Reise - ein intensives, fast schon überwältigendes Naturerlebnis, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
31.03.2026, Seetag
Der 31. März war ein Seetag, der ganz im Zeichen von Wissen, Vorfreude und Entspannung stand. Während das Schiff ruhig durch die Weiten des Ozeans glitt, bot sich die Gelegenheit, den Alltag hinter sich zu lassen und sich ganz auf die bevorstehenden Erlebnisse einzustimmen.
Ein besonderes Highlight war der Vortrag über Wale und Delfine, der spannende Einblicke in die Lebensweise, Kommunikation und Wanderungen dieser faszinierenden Meeressäuger vermittelte. Themen wie das Verhalten verschiedener Arten und ihre Anpassung an den Lebensraum Ozean machten deutlich, wie komplex und beeindruckend diese Tiere sind. Dadurch blickte ich den kommenden Tagen mit noch größerer Aufmerksamkeit entgegen - stets in der Hoffnung, möglichst viele dieser Tiere selbst in freier Wildbahn beobachten zu können.
Zwischen den Programmpunkten blieb auch ausreichend Zeit, die ruhige Atmosphäre an Bord zu genießen. Ein entspannender Saunagang rundete den Tag zusätzlich ab und bot eine willkommene Gelegenheit, Körper und Geist zur Ruhe kommen zu lassen, während draußen das endlose Meer vorbeizog.

01. - 02.04.2026, Puerto Natales, Chile
Am 1. April erreichten wir die kleine Hafenstadt Puerto Natales, die als Tor zur wilden Natur Patagoniens gilt. Bereits die Anfahrt war ein besonderes Erlebnis: Die Durchquerung der engen White Narrows beeindruckte durch ihre ruhige, fast meditative Atmosphäre. Die Landschaft wirkte intensiv und ursprünglich - steile Ufer, stille Gewässer und eine nahezu unberührte Natur begleiteten unsere Fahrt und machten diesen Abschnitt zu einem der eindrucksvollsten Momente der Anreise.

In Puerto Natales selbst nahm ich an einem geführten Stadtrundgang teil, bei dem ich mehr über die Geschichte der Region und das Leben am Rand der patagonischen Wildnis erfuhr. Besonders spannend war der anschließende Ausflug zur Milodón-Höhle. Diese beeindruckende Höhle ist berühmt für Funde prähistorischer Tiere, darunter das namensgebende Riesenfaultier.
Am 2. April bot sich die Möglichkeit, den weltberühmten Torres-del-Paine-Nationalpark zu erkunden, der für seine markanten Granitspitzen, türkisfarbenen Seen und weitläufigen Gletscherlandschaften bekannt ist. Statt an diesem Ausflug teilzunehmen, entschied ich mich jedoch bewusst dafür, die Zeit in Puerto Natales ruhiger zu gestalten. Ich ließ die Eindrücke der vergangenen Tage auf mich wirken, genoss die entspannte Atmosphäre der Stadt und auf dem Schiff.
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03.04.2026, Seetag
Der Seetag am 3. April war geprägt von einer gelungenen Balance aus intensiven Naturerlebnissen, spannenden Wissensimpulsen und dem gemeinsamen Leben an Bord. Immer wieder zog es mich hinaus an Deck, wo sich die Weite der patagonischen Gewässer in ihrer ganzen Ruhe und Schönheit zeigte. Mit etwas Geduld ließen sich immer wieder Tiere an der Oberfläche entdecken, und selbst in den ruhigeren Momenten hatte das Beobachten der Landschaft etwas Faszinierendes und Meditatives.
Gleichzeitig bot das Programm an Bord eine bereichernde Ergänzung zu den Eindrücken draußen. In mehreren Vorträgen erhielt ich unter anderem Einblicke in die Echoortung sowie in das Verhalten verschiedener Walarten. Diese Hintergrundinformationen machten die Naturbeobachtungen noch greifbarer und ließen viele Details bewusster wahrnehmen. So entstand über den Tag hinweg eine angenehme Mischung aus Aktivität und Entspannung – ein Rhythmus, der typisch für die Seetage dieser Reise war und maßgeblich zu ihrem besonderen Charakter beitrug..jpg)
04.04.2026, Puerto Eden, Chile
Am 4. April erreichten wir Puerto Eden - einen der abgelegensten Orte unserer gesamten Reise. Schon die Anfahrt dorthin war ein Erlebnis für sich: Umgeben von dichten, sattgrünen Wäldern, zerklüfteten Küstenlinien und einer fast mystischen Stille wirkte dieser Ort wie aus der Zeit gefallen. Puerto Eden ist ausschließlich per Schiff erreichbar, und genau diese Abgeschiedenheit machte den Besuch so besonders.

Nach dem Tendern hatte ich zunächst die Gelegenheit, den kleinen Ort zu erkunden. Puerto Eden besteht aus wenigen Häusern, die über Holzstege miteinander verbunden sind – Straßen im klassischen Sinne gibt es hier nicht. Während ich über die schmalen Wege lief, spürte ich sofort die Ruhe und Einfachheit des Lebens an diesem Ort. Die wenigen Bewohner leben im Einklang mit der Natur, und genau diese Ursprünglichkeit machte den Aufenthalt so eindrucksvoll.
Im Anschluss nahm ich an einem Zodiac-Cruising teil, das mich noch näher an die umliegende Landschaft heranführte. Lautlos glitten wir durch die ruhigen Gewässer, vorbei an dicht bewachsenen Ufern und kleinen Buchten. Immer wieder hielten wir Ausschau nach Tieren – Vögel kreisten über uns, und mit etwas Glück konnten wir auch Robben und Seelöwen entdecken. Diese unmittelbare Nähe zur Natur, kombiniert mit der Stille der Umgebung, machte diese Fahrt zu einem der intensivsten Erlebnisse der Reise.
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Zurück an Bord setzte sich der Tag mit einem abwechslungsreichen Programm fort. Mehrere Vorträge gaben spannende Einblicke in die Tierwelt Chiles sowie in die Entstehung und Besonderheiten der Fjordlandschaften. Besonders beeindruckend war, wie das Expeditionsteam es schaffte, die Erlebnisse draußen mit fundiertem Wissen zu verknüpfen - so verstand ich die Umgebung noch einmal auf einer ganz neuen Ebene.
Ein kleines, aber umso schöneres Highlight erwartete mich am Nachmittag auf dem Pooldeck: eine heiße Seafood Chowder. In der kühlen, frischen Luft der Fjorde war diese herzhafte Suppe genau das Richtige. Mit einer warmen Schale in der Hand, umgeben von dieser rauen, unberührten Natur, wurde dieser Moment zu einem ganz besonderen Genuss.
Der Tag in Puerto Eden war für mich eine perfekte Mischung aus Entschleunigung, Naturerlebnis und neuen Erkenntnissen - ein Ort, der gerade durch seine Abgeschiedenheit und Einfachheit nachhaltig in Erinnerung bleibt.
05.04.2026, Caleta Tortel, Chile
Am 5. April erreichte ich das abgelegene Dorf Caleta Tortel, das malerisch an der Mündung des Río Baker, dem größten Fluss Chiles, liegt. Der Ort zählt nur etwa 500 Einwohner und ist besonders durch sein einzigartiges System aus Holzstegen geprägt, die sich wie ein Labyrinth durch die gesamte Siedlung ziehen, da es hier kaum klassische Straßen gibt. Die Häuser stehen teilweise auf Stelzen und fügen sich harmonisch in die beeindruckende Naturkulisse aus Bergen, Fjorden und Gletscherwasser ein.
Schon bei meiner Ankunft wurde ich herzlich von den Einheimischen empfangen. Eine traditionelle Tanzvorführung gab mir einen authentischen Einblick in die lokale Kultur und die lebendigen Traditionen der Region. Begleitet wurde dies von typischen regionalen Snacks, die den Besuch auch kulinarisch besonders machten. Die Offenheit und Herzlichkeit der Bewohner machten diesen Aufenthalt zu einem sehr persönlichen und eindrucksvollen Erlebnis.
Während meines Rundgangs durch das Dorf konnte ich zudem Kunsthandwerk entdecken, das von den Bewohnern selbst hergestellt wird. Die Kombination aus ursprünglicher Lebensweise, kulturellen Begegnungen und der spektakulären, fast unberührten Natur machte Caleta Tortel zu einem der eindrucksvollsten Stopps meiner Reise durch die chilenischen Fjorde.
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06.04.2026, Seetag
Der Seetag am 6. April stand ganz im Zeichen der Weite des Ozeans und der besonderen Erwartung, einige der größten Meerestiere der Welt zu Gesicht zu bekommen. Die Bedingungen auf See waren günstig, und immer wieder richteten sich gespannte Blicke auf die Wasseroberfläche. Tatsächlich hatten wir außergewöhnliches Glück: Neben mehreren Sichtungen von Blauwalen konnten wir auch Buckelwale beobachten. Ihre gewaltigen Körper, die ruhig durch das Wasser glitten, sowie die charakteristischen Fontänen und gelegentlichen Bewegungen an der Oberfläche machten diesen Moment zu einem der eindrucksvollsten Naturerlebnisse der gesamten Reise..jpg)
Neben der Walbeobachtung bot der Tag zahlreiche Möglichkeiten, tiefer in die Themen der Expedition einzutauchen. Ich nahm an mehreren informativen Vorträgen des Expeditionsteams teil, die spannende Einblicke in die Tierwelt, Geologie und Geschichte der bereisten Regionen vermittelten. Besonders interessant war auch der Besuch auf der Brücke des Schiffes, wo ich einen Blick hinter die Kulissen der Navigation werfen konnte und mehr über die Abläufe und Herausforderungen in diesen abgelegenen Gewässern erfuhr.
Am Abend sorgte schließlich eine unterhaltsame Wohltätigkeitsauktion für einen lebendigen Abschluss des Tages. Mit viel Humor und Engagement wurden besondere Erinnerungsstücke versteigert - eine schöne Gelegenheit, ein Andenken an die Reise zu erwerben und gleichzeitig einen guten Zweck zu unterstützen.
07.04.2026, Castro, Chile
Am 7. April erreichten wir Castro auf der Insel Chiloé, eine Stadt, die mich sofort mit ihrem ganz besonderen Charakter in den Bann zog. Nach dem Tendern begann meine etwa 2,5-stündige geführte Tour durch den Ort. Schon während der ersten Minuten wurde mir klar, dass Castro sich deutlich von den bisherigen Stationen der Reise unterschied.
Besonders prägend für das Stadtbild sind die berühmten Palafitos - die bunten Stelzenhäuser, die direkt am Wasser gebaut sind. Bei Ebbe stehen sie auf hohen Holzpfählen frei sichtbar im Schlamm, während sie bei Flut scheinbar auf dem Wasser schweben. Dieser Anblick hatte etwas fast Märchenhaftes und spiegelte zugleich die enge Verbindung der Menschen hier mit dem Meer wider. Unser Guide erklärte, dass diese Bauweise nicht nur praktisch, sondern auch ein wichtiger Teil der kulturellen Identität der Region ist.
Während des Rundgangs schlenderten wir durch kleine Straßen und vorbei an lokalen Märkten, wo handgefertigte Produkte und regionale Spezialitäten angeboten wurden. Immer wieder fiel mir die entspannte, bodenständige Atmosphäre auf - Castro wirkte authentisch und wenig touristisch, was den Besuch besonders angenehm machte.
Ein weiterer Höhepunkt war der Blick auf die Iglesia de San Francisco, die markante Holzkirche im Zentrum der Stadt. Mit ihrer gelb-violetten Fassade und der traditionellen Bauweise gehört sie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region und ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes der Holzkirchen von Chiloé.
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Während der Tour erfuhr ich auch mehr über die Geschichte und Kultur der Insel, die stark von Mythen, Legenden und dem Leben mit den Naturgewalten geprägt ist. Diese Geschichten verliehen dem Ort eine zusätzliche Tiefe und machten den Rundgang noch eindrucksvoller.
Nach diesen vielfältigen Eindrücken kehrte ich schließlich wieder zum Schiff zurück - mit dem Gefühl, einen besonders authentischen Einblick in das Leben auf Chiloé gewonnen zu haben. Castro bleibt mir vor allem wegen seiner einzigartigen Architektur, seiner ruhigen Ausstrahlung und seiner kulturellen Besonderheiten in Erinnerung.
08.04.2026, Niebla / Valdivia, Chile
Einen Tag später erreichten wir die Küste bei Niebla, von wo aus wir per Tender an Land gebracht wurden. Schon die Überfahrt hatte ihren eigenen Reiz: Die frische Meeresluft, das sanfte Schaukeln des Bootes und der Blick auf die grüne, fast schon verwunschene Landschaft rund um Valdivia stimmten mich auf den Tag ein.
In Valdivia angekommen, entdeckte ich bei einem Spaziergang durch das Zentrum kleine Plätze, charmante Gebäude und immer wieder Spuren der europäischen Einwanderung, die das Stadtbild bis heute prägen. Besonders interessant war der Besuch der Fischhalle am Flussufer. Hier herrschte reges Treiben: Fischer boten ihren frischen Fang an, während Seelöwen geduldig darauf warteten, dass etwas für sie abfiel - ein lebendiges und authentisches Schauspiel.
Ein weiterer Höhepunkt war das Museum, das sich mit der Geschichte der Region beschäftigte. Dort erfuhr ich mehr über die Kultur der Mapuche, ihre Traditionen und ihre enge Verbindung zur Natur. Gleichzeitig wurde auch die Geschichte der deutschen Einwanderer thematisiert, deren Einfluss in Valdivia bis heute sichtbar ist - sei es in der Architektur oder in kulinarischen Einflüssen.
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Nach diesem abwechslungsreichen Landgang kehrte ich am Nachmittag wieder zum Schiff zurück. Dort gönnte ich mir im Restaurant Fredheim einen Burger - eine willkommene, unkomplizierte Mahlzeit nach den vielen Eindrücken des Tages. Am Abend sorgte die Crew-Band mit Live-Musik für eine ausgelassene und gleichzeitig gemütliche Stimmung. Es wurde gelacht, mitgewippt und der Tag gemeinsam mit den anderen Reisenden entspannt abgeschlossen - ein gelungener Ausklang eines weiteren besonderen Tages dieser Reise.
09.04.2026, Seetag
Der letzte Seetag am 9. April war von einer besonderen, fast melancholischen Stimmung geprägt. Nach den ereignisreichen Tagen in den Fjorden Patagoniens wirkte alles etwas ruhiger, nachdenklicher - als würde sich die Reise langsam verabschieden.
An Bord wurde noch einmal ein abwechslungsreiches Programm geboten: Eine kreative Foto-Schnitzeljagd führte quer über das Schiff und lud dazu ein, nochmal alle Ecken der Roald Amundsen ausgiebig zu erkunden. Gleichzeitig boten spannende Podiumsdiskussionen in der Lecture Hall auf Deck 6 die Möglichkeit, das Erlebte zu reflektieren und mehr über die Regionen zu erfahren, die wir bereist hatten. Wissenschaftler und Expeditionsteam teilten dabei ihr Wissen und gaben zusätzliche Einblicke, die die Eindrücke der vergangenen Tage noch vertieften.
Am Abend folgte schließlich ein besonders emotionaler Moment: die Abschiedsworte des Kapitäns. In einer stimmungsvollen Atmosphäre wurde die Reise noch einmal Revue passiert – begleitet von einer eindrucksvollen Bildpräsentation des Bordfotografen Oscar. Die Aufnahmen fingen viele der unvergesslichen Augenblicke ein, von spektakulären Landschaften bis hin zu kleinen, persönlichen Momenten an Bord. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, wie intensiv und vielfältig diese Reise gewesen war - und wie viele einzigartige Erinnerungen ich mit nach Hause nehmen würde.
10.04.2026, Valparaiso, Chile / Ende der Reise
Am 10. April endete meine Expedition in Valparaíso. Nach der Ausschiffung folgte ein etwa 1-stündiger Transfer zum Flughafen in Santiago de Chile, von wo aus ich meine Heimreise nach Frankfurt antrat. Im Gepäck befanden sich unzählige Eindrücke und Erinnerungen an eine Reise, die meine Erwartungen in vielerlei Hinsicht übertroffen hat.
Diese Expedition war weit mehr als eine reine Reise durch eindrucksvolle Landschaften. Sie war zugleich eine Begegnung mit einer der ursprünglichsten Regionen der Erde und eröffnete mir neue Perspektiven auf Natur, Wissenschaft und Reisen selbst. Patagonien, die chilenischen Fjorde sowie das Leben an Bord eines Expeditionsschiffes hinterließen einen bleibenden Eindruck - geprägt von der wilden, unverfälschten Schönheit der Natur und ihrer besonderen Vielfalt.
Ebenso beeindruckend war die Arbeit der Reederei und des gesamten Expeditionsteams. Die hohe fachliche Kompetenz, die durchdachte Organisation und die reibungslose Durchführung der Reise sorgten dafür, dass selbst abgelegene und anspruchsvolle Regionen sicher und intensiv erlebt werden konnten. Insgesamt bleibt diese Expedition als außergewöhnliche Kombination aus Naturerlebnis, Wissen und intensiven persönlichen Eindrücken in Erinnerung.