AIDA Innovation Hub: Drei Projekte für die Kreuzfahrt der Zukunft ausgezeichnet

17. September 2026  Corinne Bleul 
Impressionen

Beim AIDA Innovation Hub wurden am 16. September 2026 drei innovative Projekte für die maritime Branche ausgezeichnet. Die revincus GmbH aus Weimar, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Stuttgart und die contagt GmbH aus Mannheim überzeugten die fünfköpfige Fachjury in den Kategorien Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit sowie KI-Tools & Smarte Lösungen. Zuvor hatten sich die drei Gewinner gemeinsam mit sechs weiteren Finalisten gegen mehr als 150 eingereichte Ideen durchgesetzt.

Im AIDA Headquarter in Rostock präsentierten die neun Finalisten ihre Konzepte, die von innovativen Energie- und Materiallösungen bis hin zu digitalen Anwendungen reichten. „Wir haben heute erlebt, wie aus ganz unterschiedlichen Perspektiven konkrete Ideen für die Zukunft der Kreuzfahrt entstehen. Die Qualität und Vielfalt der präsentierten Konzepte zeigen, welches Potenzial im Austausch zwischen Start-ups, Technologieunternehmen, Wissenschaft und maritimer Praxis liegt. Mit den drei Gewinnerprojekten wollen wir nun die nächsten Schritte prüfen und gemeinsam herausarbeiten, wie aus überzeugenden Konzepten konkrete Anwendungen werden können“, sagt Dirk Inger, Senior Vice President Sustainability bei AIDA Cruises und Mitglied der Jury.

Die ausgezeichneten Unternehmen erhalten nun die Möglichkeit, ihre Ideen gemeinsam mit AIDA Cruises im Rahmen einer Umsetzungsstudie weiterzuentwickeln oder als Pilotprojekt an Bord der AIDA Flotte zu erproben.

Drei Gewinner, drei zukunftsweisende Ideen
In der Kategorie Dekarbonisierung ging die Auszeichnung an die revincus GmbH aus Weimar. Das Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, mit der thermische Energie aus Abwasser zurückgewonnen und anschließend wieder an Bord genutzt werden kann. Ein automatisiertes Reinigungssystem sorgt dabei dafür, dass die Wärmeübertragungsflächen dauerhaft leistungsfähig bleiben. So könnte der Energiebedarf des Hotelbetriebs an Bord künftig weiter reduziert werden.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) aus Stuttgart überzeugte in der Kategorie Nachhaltigkeit mit dem Projekt „WoodShip“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Holz künftig verstärkt in ausgewählten Bereichen des Schiffbaus eingesetzt werden kann. Untersucht werden unter anderem Anwendungen für Sichtschutzelemente, Verkleidungen und Balkone. Die Verbindung von nachwachsenden Rohstoffen, Leichtbau, Brandschutz und standardisierten Bauteilen eröffnet dabei neue Möglichkeiten für einen ressourcenschonenderen Schiffbau.

In der Kategorie KI-Tools & Smarte Lösungen setzte sich die contagt GmbH aus Mannheim durch. Das Unternehmen entwickelte eine digitale Indoor-Navigation, die Gästen künftig die Orientierung an Bord erleichtern könnte. Mehrsprachige Inhalte, barrierefreie Wegeführungen und standortbezogene Hinweise sollen die Zugänglichkeit verbessern und gleichzeitig die Crew bei Orientierungsfragen entlasten. Perspektivisch könnte die Lösung als White-Label-Anwendung in bestehende digitale Angebote integriert werden.

Innovationen aus ganz Europa
Die neun Finalisten kamen aus sieben europäischen Städten: Rostock, Hamburg, Weimar, Stuttgart, Mannheim, München und Madrid. Vertreten waren Start-ups, Technologieunternehmen, wissenschaftliche Einrichtungen und Akteure aus der maritimen Praxis. Ihre Konzepte beschäftigten sich unter anderem mit Energieeffizienz, neuen Materialien, Kreislaufwirtschaft, Schallminderung, digitaler Vernetzung sowie datenschutzkonformen Analyse- und Orientierungslösungen.

Über die Sieger entschied eine interdisziplinär besetzte Fachjury aus Wissenschaft, Industrie und Kreuzfahrt. Bei der Bewertung standen insbesondere der Innovationsgrad, die praktische Umsetzbarkeit und die Relevanz für die maritime Branche im Mittelpunkt.

Austausch als Impulsgeber für die Kreuzfahrt
Ergänzend zu den Präsentationen der Finalisten bot der Veranstaltungstag mit einer Podiumsdiskussion und einer Keynote weitere Impulse. Im Panel „Innovative Kreuzfahrt: Smarte Visionen für eine starke Zukunft“ diskutierten Christina Hankel, Vice President Human Resources Management bei AIDA Cruises, Fabian Feldhaus, CEO und Co-Founder der Flagship Founders GmbH, und Dr. Martin Setzkorn, Geschäftsführer des Zentrums für Entrepreneurship der Universität Rostock, über technologische Entwicklungen, gesellschaftliche Erwartungen und die Zukunft der Kreuzfahrt. Themen wie Klimaziele, digitale Innovationen, smarte Häfen und zukunftsfähiger Tourismus standen dabei im Mittelpunkt.

Die Reise- und Mobilitätsexpertin Stefanie Berk beleuchtete in ihrer Keynote zudem die Bedeutung von Innovation und Innovationsmanagement. Dabei ging es unter anderem um veränderte Kundenanforderungen, gesellschaftliche Entwicklungen und neue Innovationen im Tourismus und in der Kreuzfahrt.

Mit dem AIDA Innovation Hub möchte AIDA Cruises den Austausch zwischen Start-ups, Technologieunternehmen, Wissenschaft und maritimer Praxis fördern. Das Format ist Teil der Innovationsstrategie der Reederei und soll vielversprechende Ideen frühzeitig identifizieren und auf ihrem Weg von der ersten Konzeptidee bis zur praktischen Anwendung begleiten.

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